5. President of India Cup, Port Blair / Indien: Netaji Stadium, 17. Januar 2008, 300 Zuschauer
Marco Polo beschrieb sie einst als wilde Männer mit Köpfen wie Hunde. Gemeint waren die Eingeborenen der Andamanen. Ein ganz anderes Bild eröffnete sich in Port Blair. Die Hauptstadt der Inselgruppe gehört noch zu Indien, liegt aber näher an Thailand. Nach dem Tsunami von 2004 gewöhnt man sich langsam wieder an die Normalität, etwa beim Finale eines U17-Jugendturniers. In der Halbzeit dirigierte ein Kapellmeister seine Mannschaft von Eckfahne zu Eckfahne. Während der Maestro zur Höchstform auflief, hatten einige Spieler indes nur Augen für den Eismann, der gerade neben der Umkleidekabine eingetroffen war.
Vernascht wurden wenig später auch die Little Andamanen, denn kaum rollte wieder der Ball, fiel das verdiente 1:0 für die Nicobaren. Der Spieler mit der Nummer 7, die kurz vor dem Spiel noch mit einem Edding auf den Rücken gepinselt worden war, hatte unhaltbar abgezogen. Innerhalb der nächsten zehn Sekunden lag die Mannschaft einschließlich des Torwarts wie beim Gruppencatchen auf dem Schützen. Kurz darauf folgte das 2:0, und das Spiel war entschieden. Überraschend gewannen die Jungs von den Nicobaren den Cup und zeigten bei der Siegerehrung ihr freundlichstes Grinsen, das wohl selbst Marco Polo zu einem anderen Urteil veranlasst hätte.