Ibras Kadaver – 11FREUNDE

Toni Kroos hat vor einigen Jahren einen Film über sich drehen lassen. Eine Hoch­glanz­pro­duk­tion, mit exzel­lenter Beset­zung; Sergio Ramos, Uli Hoeneß und sogar Robbie Wil­liams spre­chen darin. Wer den Streifen gesehen hat, kann sich des Ein­drucks kaum erwehren, dass Kroos wahr­schein­lich das lang­wei­ligste Leben im auf­re­gendsten Set­ting aller Zeiten führt. Die Dis­kre­panz ist atem­be­rau­bend und damit das Inter­es­san­teste an dem Film, der bloß ​Kroos“ heißt und der den erfolg­reichsten Spieler der deut­schen Fuß­ball­ge­schichte als Men­schen zeigen soll. Und das vor­treff­lich tut. Die meiste Zeit zeigt die Kamera ihn in seiner Villa am Stadt­rand von Madrid, wo seine Frau, seine Kinder und sein Hund sich um die Wette lang­weilen. ​Wir leben seit vier Jahren hier, wir waren nicht einmal in der Stadt. Wir sind nicht so die Stadt­gänger“, sagt seine Frau Jes­sica in einer Inter­view­sequenz. Mann Toni spielt der­weil mit den Kin­dern und einem auf­blas­baren Ein­horn im Pool, daneben hop­peln die Kanin­chen auf dem Rasen. Beru­hi­gend ist das allemal. Wer also eine Vor­liebe für das Slow Cinema hat, der kommt beim Zugu­cken sicher­lich auf seine Kosten.

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