Keep smiling! - Bundesliga-Vorschau: Borussia Dortmund – 11FREUNDE

Der ist neu: Na, wer wohl? Selbst­ver­ständ­lich Marco Reus, Hoff­nungs­träger, Giga-Talent, Ur-Dort­munder. In der Jugend von einem offenbar wenig visio­nären Nach­wuchs­trainer beim BVB ver­grault, in Mön­chen­glad­bach zum hei­ßesten Scheiß der deut­schen Fuß­ball-Elite gereift, für schmale 17,1 Mil­lionen Euro zurück­ge­kauft – keine Frage, Marco Reus ist längst der Cap­tain Tsu­basa der Bun­des­liga. Was seinen Wechsel für Dort­munder noch toller machte: Nicht etwa der FC Bayern kaufte Reus, son­dern der BVB. Ein sicht­bares Zei­chen für den Macht­wechsel im deut­schen Fuß­ball? Mal sehen. Dort­mund darf sich – Macht­wechsel hin, Macht­wechsel her – über eine ​Gra­nate“ freuen, wie es Jürgen Klopp gewohnt klop­po­mäßig auf der 11FREUNDE-Meis­ter­feier ver­kün­dete: ​Ich wusste ja, dass der Junge gut ist, aber dass er so gut ist, hätte ich dann doch nicht gedacht!“

Der ist weg: Klaus die Maus ist traurig. Klaus die Maus, alias Klaus Neu­haus, ist ein sym­pa­thi­scher Dort­mund-Fan der ersten Stunde, der einst die Fan­ge­sänge aus der BVB-Kurve zu einem kleinen Song über den Japaner Shinji Kagawa ver­wurs­tete. Die Melodie war ein­prä­gend, der Text relativ simpel: ​Kaaa-gaaa-waaa Shin­jiiii – BVBeeeee, BVB-Null-Neun, ja!“ Kurzum: das Lied war super. Jetzt ist Kagawa Shinji weg, ein noch grö­ßerer Verein, Man­chester United, hat ihn für 16 Mil­lionen Euro weg­ge­kauft. Was Klaus die Maus traurig machte. Musiker wie er ist, ver­ar­bei­tete Klaus seine Trauer in einen Song. Doch nicht alleine. Klaus ver­pflich­tete seinen Kumpel Rüdiger Wache, einen sym­pa­thi­schen Schnurr­bart­träger, der, ver­kleidet mit Japan-T-Shirt und Japan-Stirn­band, zum Klaus-die-Maus-Sound mit dem Kopf wippt und dann singt: ​Eiei­eiei – Sayooo­naaaraa Shinji! Du spiel­test, du tanz­test auf unserm Fuß­ball­platz, ein Schuss, ein Tor – Kagawa!“ Wenn wir was zu sagen hätten in der Musik­szene, hätte Klaus die Maus längst den Echo gewonnen.

Das fehlt nicht: Man kann es drehen und wenden wie man will, selbst Fans von Schalke 04 werden unter Schmerzen zugeben müssen, dass es dem zwei­fa­chen Meister aus Dort­mund, dem Double-Gewinner, dem Bayern-Bezwinger, noch immer an der ver­mu­teten meis­ter­li­chen Groß­kot­zig­keit fehlt. Keine ​Der-Rest-der-Liga-muss-vor-uns-zittern“-Sprüche, kein zur Schau getra­genes ​Wir da oben, Ihr da unten“-Denken. Jeden­falls nicht außer­halb der Kabine. Man mag Jürgen Klopps Dau­er­grinsen auf Dauer etwas pene­trant finden, wie ein über alles und jeden erha­bener Meis­ter­trainer wirkt er noch immer nicht. Dabei kann es gerne bleiben.

Wenn diese Mann­schaft ein Satz wäre, dann:Halt Dich an Deiner Liebe fest!“ Wäre Rio Reiser noch am Leben, er würde viel­leicht ein Lied über den BVB schreiben. Ewige Liebe, Auf­leh­nung gegen die Kapi­ta­listen aus dem Süden, macht kaputt, was euch kaputt macht, oder so. Wie auch immer: Selten war es so ein­fach, Sym­pa­thie für einen Klub zu emp­finden wie aktuell für den BVB. Das bedeutet auch: Scharen an Nach­wuchs­fans wachsen jetzt schwarz-gelb auf und sehr viele von ihnen (abge­sehen von den ewigen Jubel-Per­sern) werden noch in einigen Jahren zum BVB halten. Auch das ist ein Pfund, mit man wuchern kann. PS: Viel­leicht würde Rio Reiser statt­dessen auch ein­fach in unsere Redak­tion stürmen und den Tisch des ver­ant­wort­li­chen Redak­teurs für diesen Quer­ver­gleich zu Feu­er­holz ver­ar­beiten.

Das 11FREUNDE-Orakel: Machen wir uns nichts vor, ob wir nun zu Schalke, Werder, Lever­kusen, Mön­chen­glad­bach oder Wolfs­burg halten: Diese Saison ist Dort­mund gegen Bayern und sonst nüscht. Das 11FREUNDE-Orakel sagt: Einen Titel gewinnt der BVB auf jeden Fall.

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