Let Letsch cook! – 11FREUNDE

Was ist neu?
Vor allem die Erwar­tungs­hal­tung. Nachdem die Ver­ant­wort­li­chen im letzten Jahr noch von einem ​Wunder” spra­chen, als sie den Klas­sen­er­halt zum Sai­son­ziel aus­riefen, ist der VfL Bochum zur kom­menden Saison end­lich mal nicht erster Abstiegs­kan­didat. Gut, das liegt natür­lich vor allem daran, dass mit Hei­den­heim und Darm­stadt zwei Neu­linge dazu­ge­stoßen sind, die wohl eher nicht zu den dicken Fischen im Bun­des­li­ga­teich zählen. Aber ohnehin hat der Pott­klub nach dem zweiten Klas­sen­er­halt in Serie deut­lich mehr Kohle zur Ver­fü­gung (und das obwohl bei der letzten Zeche schon längst Schicht im Schacht ist, höhö). Will heißen: End­lich wird Chef­trainer Thomas Letsch ein Kader nach seinen Vor­stel­lungen zur Ver­fü­gung gestellt. Der musste seine Elf letzte Saison oft­mals mit Vierer- statt seiner bevor­zugten Dreier- bezie­hungs­weise Fün­fer­kette auf den Rasen schi­cken – das dürfte sich in der kom­menden Spiel­zeit immer mal wieder ändern.

Was macht Hoff­nung?
Dass sämt­liche Schreib­tisch­sol­daten die rote Laterne in ihren Bun­des­liga-Pro­gnosen nicht mehr mit Gruß­karte ver­sehen an die Cas­troper Straße schi­cken, dürfte dem durch­schnitt­li­chen VfL-Anhänger schon mal schme­cken. Bis auf Keven Schlot­ter­beck, dessen Leihe im Sommer zu Ende ging, tut oben­drein keiner der Abgänge son­der­lich weh. Und dann ist da ja noch die ​Letsch-Tabelle” ab dem achten Spieltag: Dort belegte der VfL einen beacht­li­chen zehnten Platz. ​Let Letsch cook”, hat man in den ver­gan­genen Monaten so manch einen Bochumer sagen hören – und der Ess­linger Chef­koch hat dieses Jahr neue Zutaten aus der Fein­kost-Abtei­lung vor­rätig. Angriff-All­zweck­waffe Moritz-Broni Kwar­teng kam aus Mag­de­burg, um der etwas ein­tö­nigen Offen­sive der Bochumer die nötige Würze zu ver­leihen, auch Ex-Sankt-Pauli-Stürmer Lukas Daschner hat eine viel­ver­spre­chende Vor­be­rei­tung hinter sich. Viel­leicht hat die Offensiv-Spei­se­karte also bald etwas mehr Optionen parat als den langen Hafer auf Stürmer Hof­mann. Noch der Blick auf die andere Seite des Spiel­felds: Nachdem Bochum in der abge­lau­fenen Saison mit 72 Gegen­tref­fern die Schieß­bude der Liga war, dürfen sich zur kom­menden Spiel­zeit viel­leicht eher andere Ver­eine Chancen auf diese Rolle errechnen. Denn: Auch für die Abwehr gab es Ver­stär­kung. Zum Bei­spiel mit Felix Pass­lack. Und als Haupt­gang: Ein bra­si­lia­ni­scher Innen­ver­tei­diger namens Ber­nardo Fer­nandes da Silva Jr. soll künftig das schöne Spiel in den Pott bringen. Na, wenn das dem Puls­schlag aus Stahl mal kein Defi­bril­lator ist. Ach, und dann ist da ja noch Tor­wart Manuel Rie­mann, der den Bochu­mern schon den ein oder anderen Punkt fest­ge­halten hat…

Was nicht?
… und auch wieder her­schenkte. Das Wesen des 34-Jäh­rigen pen­delt sich erfah­rungs­gemäß irgendwo in der Grau­zone zwi­schen Genie (Neu­e­r­eske Sweeper-Keeper-Aus­flüge an den Mit­tel­kreis samt anschlie­ßender Tor­vor­lage per Abwurf) und Wahn­sinn (von Beginn an zum Schei­tern ver­ur­teiltes Lauf­duell mit x‑beliebigem Flü­gel­flitzer) ein. Ein wahrer Grenz­gänger eben, der sicher auch diese Saison den ein oder anderen Herz­in­farkt im Ruhr­sta­dion ver­schulden wird.

Mit dieser Skandal-Schlag­zeile berichtet die BILD in vier Wochen über den Verein:
Eklat! Skandal-Tor­wart geht auf Pas­santen los” – Ah, sorry, fal­scher blau-weißer Verein, fal­sche Liga, fal­scher unzu­rech­nungs­fä­higer Keeper. Liebe Grüße nach Berlin!

Das 11FREUNDE-Orakel:
Am ersten Spieltag klauen die Bochumer in einer müh­samen Partie einen Punkt aus Stutt­gart, kriegen dann aber von Dort­mund, Bayern, Frank­furt, Leipzig, Glad­bach und, ja, sogar Augs­burg die Grenzen auf­ge­zeigt. Der VfL hält trotz mauer Punk­te­aus­beute aus den ersten acht Spielen und einem bit­teren 17. Platz zur Win­ter­pause an Letsch fest. Der dankt es ihnen mit dem erneuten Klas­sen­er­halt. Her­bert hat wie immer Recht: ​Viel besser als man glaubt!” Der VfL landet auf Platz 14.

You Might Also Like