Monaghan United FC – Galway United FC 2:1

Iri­scher Fuß­ball ist nichts für Genießer. Gepflegt wird ein rus­ti­kales Kick & Rush mit zahl­losen Kopf­bällen und Befrei­ungs­schlägen, Dribb­lings und Kom­bi­na­tionen im Mit­tel­feld gelten als Tod­sünde wie anderswo Schwalben im Straf­raum. Zumal wenn im unteren Mit­tel­feld der zweiten iri­schen Liga, der Eircom League First Divi­sion, zwei doch schon ziem­lich ver­zwei­felte Teams aus dem Norden der Repu­blik auf­ein­an­der­treffen wie Monaghan United FC und Galway United FC.

Aus­ge­tragen wurde diese Partie im Cen­tury Homes Park in Monaghan, einer 6000-Seelen-Gemeinde. Das Sta­dion ver­dankt seinen merk­wür­digen Namen einer ört­li­chen Immo­bi­li­en­firma, die wohl mal groß im Sport­spon­so­ring ein­steigen wollte. Nach Monaghan zu kommen ist dabei auch für Aus­wär­tige dank moderner Stra­ßen­karten nicht schwer, doch ob das Spiel tat­säch­lich statt­finden wird, wissen selbst Ein­hei­mi­sche nicht zu beant­worten. Ein rat­loses Ach­sel­zu­cken begleitet den Gast auf den drei Meilen langen Weg vom Orts­kreis zum inmitten grüner Felder gele­genen Sta­dion.

You have got more cows than fans“

Im Sta­dion sind die Ränge noch leer, auch wenn sich die Spieler beider Mann­schaften schon warm­laufen. Musik dröhnt übers Feld und nur langsam zwängen sich Zuschauer durch die ein­zige Öff­nung in der Back­stein­mauer ins Sta­dion. Neun in braun geklei­dete Gäs­te­fans sind mit Trommler und großer Fahne ange­reist, haben sich auf der blau-weißen Haupt­tri­büne breit gemacht und singen den Ein­hei­mi­schen ihr ​You’ve got more cows than fans“ ent­gegen. Womit sie nicht ganz unrecht haben, denn der Kas­sen­wart zählt in der ersten Halb­zeit nur 82 zah­lende Zuschauer, auf einem Hügel nebenan stehen neun Kühe und schauen eben­falls inter­es­siert zu. Sto­isch nehmen sie aller­dings das erste Tor hin, es fällt für den Gast aus Galway, der sich zuvor nur aus­nahms­weise in die Hälfte des Geg­ners bewegt und sich damit begnügt hat, den Ball hoch und weit aus der eigenen Abwehr zu schlagen. Der Ball tru­delt ins Tor und für wenige Minuten ist die Neu­ner­schar im Gäs­te­block kaum zu bän­digen. Doch fünf Minuten später fällt der Aus­gleich und das ganze Sta­dion fällt in die gewohnte Lethargie zurück. Man ist schließ­lich schlechten Fuß­ball gewöhnt in Monaghan.

In der Pause flüchten die Zuschauer in den ver­eins­ei­genen Pub, ein schnelles Guin­ness und ein paar Worte mit dem The­ken­nach­barn über das lau­sige Spiel. Und das geht so weiter, Mitte der zweiten Halb­zeit fällt zwar das zweite Tor für die Gast­geber nach einem Konter, das Spiel jedoch bleibt mau. Der Gäs­te­block rollt die Fahne ein und fast erleich­tert quit­tieren die 82 Zah­lenden den Schluss­pfiff. Mit hoch­ge­klappten Jacken mar­schieren sie in den Ver­einspub und machen sich dann, nach noch einem Pint Guin­ness auf den Weg heim. Und auch die Kühe wenden sich ab von der Zweiten Liga und hin zum Gras unter ihnen. Auch sie sind schlechten Fuß­ball wohl gewohnt.

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