11 Freunde: Frank Fahrenhorst, Ihr Trainer beim VfL Bochum, Peter Neururer, bezeichnet seine Spieler gerne liebevoll als Eisverkäufer, Friseure oder gar Vollfriseure. In welche Kategorie haben Sie es bei ihm geschafft?
Frank Fahrenhorst: Ich bin bei Peter Neururer nicht in einer bestimmten Kategorie gelistet. Aber in den letzten Wochen der Saison musste ich mir fast täglich Sprüche von ihm anhören.
11 Freunde: Die da wären?
Fahrenhorst: Er hat mich immer wegen meines Wechsels in den Norden hochgenommen. „Du hast wohl heute wieder Gräten in den Schuhen“, solche Sätze bekam ich dann im Training zu hören. Aber ich weiß, wie er das meint, ich kann damit auf jeden Fall sehr gut leben.
11 Freunde: Noch kurz vor Ende der letzten Saison hatten die Fans ein großes Plakat aufgehängt: „Labern ist Peter, Siegen ist Gold!“ Und seine Sprüche aus früheren Jahren zieren heute jede Zitate-Sammlung. Nun aber, da er den VfL in lichte Höhen führt, wirkt er abgeklärter und reifer. Oder täuscht der Eindruck?
Fahrenhorst: Was früher war, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur: Seit er hier ist, hat er sehr viel für die Mannschaft und auch für den Verein getan. In der Öffentlichkeit redet er uns immer stark und nimmt fast alles auf sich, wenn es mal nicht so gut läuft. Er ist sehr offen und sagt auch, was er denkt, ohne zu übertreiben. Das zeichnet ihn aus.
11 Freunde: Nicht zu vergessen der sportliche Erfolg. Manch einer seiner Kritiker wird wohl auf den großen Einbruch gewartet haben, der kam aber einfach nicht. Wie groß ist der Anteil von Peter Neururer am Höhenflug des VfL Bochum?
Fahrenhorst: Er hat einen sehr großen Anteil. Er hat zusammen mit dem ganzen Trainergespann sowohl vor der Saison als auch in der Winterpause die Grundlagen für diesen Erfolg geschaffen. Zudem haben wir ein sehr gutes taktisches System und in der Mannschaft passt alles zusammen. Da ist einfach einer für den anderen da.
11 Freunde: Kein Neid also auf Frank Fahrenhorst, weil der jetzt beim Deutschen Meister Werder Bremen in der Champions League kickt?
Fahrenhorst: Nein, dass Spieler den Verein wechseln, ist ein ganz normaler Vorgang. Und die Verantwortlichen beim VfL haben schon in den letzten beiden Jahren bewiesen, dass sie eine gute Einkaufspolitik betreiben. Als im letzten Jahr Christiansen gegangen ist, dachte auch jeder, jetzt geht es abwärts mit dem VfL.
Sprungkraft wie ein Toaster - Fußball – 11FREUNDE
|