Wasser marsch! - Warum Falko Götz erneut gescheitert ist – 11FREUNDE

Noch vor etwas mehr als drei Monaten fei­erte Falko Götz mit über zwei­tau­send Kie­lern den Auf­stieg in die Dritte Liga. Die KSV Hol­stein tau­melte in einer neuen Glück­se­lig­keit und der Trainer ver­sprach: Wir bauen hier etwas auf. Es wurde applau­diert und eifrig auf breite Schul­tern geklopft. Götz und Kiel, ein ehr­gei­ziges Pro­jekt und ein ehr­gei­ziger Trainer, das schien zu passen. Gemeinsam mit Andreas Thom sollte Falko Götz den Meister von 1912 zurück in den großen deut­schen Fuß­ball führen. Die 2. Bun­des­liga wurde als kurz­fris­tiges Ziel aus­ge­geben. Als Blau­pause diente der Weg der TSG Hof­fen­heim. Große Pläne für eine große Zukunft. Und Götz schien das lachende Gesicht dieser Vision zu sein.

Seit der letzten Woche ist diese Zukunft jedoch schon wieder Ver­gan­gen­heit. Das Gesicht ist ver­stei­nert. Hol­stein hat seinen Trainer ent­lassen. Nach nur neun Monaten. Vom Gefühls­über­schwang des Som­mers ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der ehr­gei­zige Götz hatte sich mit seiner Mann­schaft über­worfen. Nach der Nie­der­lage in Braun­schweig eska­lierte die Situa­tion. Götz soll seinen Spieler Marco Stier mit der fla­chen Hand auf die Stirn geschlagen haben. Der Verein reagierte. Götz wurde fristlos gekün­digt.

Der Trainer selbst bestreitet diese Vor­würfe, spricht von Ruf­mord. Noch sind nicht alle Ein­zel­heiten geklärt. Für Falko Götz aller­dings bedeutet das Aus in Kiel schon jetzt ein erneutes Schei­tern. Das große Pro­jekt war seine Chance, sich als Trainer end­gültig im deut­schen Profi-Fuß­ball zu eta­blieren. Vor ein paar Jahren noch galt Falko Götz zusammen mit Jürgen Klopp und Thomas Doll als eine der großen Trainer-Hoff­nungen der Bun­des­liga. Er ver­kör­perte den jungen Trainer, neue ideen, moderne Ansätze. Doch bis­lang ist es dem 47-Jäh­rigen nicht gelungen, dau­er­haft erfolg­reich zu arbeiten. Auf kurze Zwi­schen­hochs folgte oft unmit­telbar der kon­se­quente Absturz. Götz, smart und medi­en­wirksam, ist in der Lage, seine Mann­schaften stark zu reden. Er lüftet durch, bricht alte Struk­turen auf und sorgt für einen neuen Moti­va­ti­ons­schub. Doch der Götz-Effekt ist von erschre­ckend kurzer Halb­wert­zeit.

Und Götz offenbar eher ein Trainer für nur eine Halb­serie. Das war in Berlin so, bei 1860 Mün­chen und nun auch in Kiel, wo die Mann­schaft nach dem Auf­stieg seltsam unmo­ti­viert auf der Stelle zu treten schien. Und so bleibt Götz letzt­end­lich nur einer jener Trainer, deren Namen immer dann fallen, wenn schnelle Retter gesucht werden. Wenn ein Verein einen Trainer sucht, der schnell für den ent­schei­denden Moti­va­ti­ons­schub sorgen kann. Doch Götz selbst hat immer wieder betont, dass er kein Feu­er­wehr­mann sein will. In Kiel wollte er des­halb etwas auf­bauen. Mit bekanntem Aus­gang. Und so wird Falko Götz dem­nächst wohl doch irgendwo den Schlauch in der Hand halten müssen.

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