„Zu mir hat er ‚Fuck you‘ gesagt, zweimal!“ – 11FREUNDE

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Man lernt ja immer noch dazu. Und hier sind unsere bahn­bre­chenden Erkennt­nisse aus einem eher unspek­ta­ku­lären Kick im Cham­pions-League-Hab­fi­nale, an dessen Ende der FC Chelsea mit einem unge­fähr­deten 2:0 gegen Real Madrid ins End­spiel einzog.
Ers­tens: Wer glaubt, dass Trainer heut­zu­tage Mann­schaften nur noch in Nuancen besser machen können, erblickt im FC Chelsea den Gegen­be­weis. Thomas Tuchel hat binnen weniger Monate aus einer ver­un­si­cherten und inef­fek­tiven Truppe ein beein­dru­ckend kom­paktes Ensemble geformt, das sich ges­tern sogar leisten konnte, Groß­chancen im Minu­ten­takt zu ver­sieben.

Zwei­tens: Wo schon soviel refor­miert wird, könnten die Planer der Cham­pions League doch nochmal über ein Final­tur­nier wie im letzten Jahr nach­denken. Selten kam uns die Pro­zedur mit Hin- und Rück­spielen so zäh vor wie dieses Mal. Das mag aber viel­leicht auch an den ver­waisten Rängen liegen.

Drit­tens: Selbst men­schen­leer sorgte die Stam­ford Bridge ges­tern wenigs­tens für ein biss­chen Flair und Atmo­sphäre. Beim Hin­spiel im Ama­teur­sta­dion von Real Madrid vor einer Woche wäre man nicht über­rascht gewesen, wenn zwi­schen­durch noch ein schimp­fender Platz­wart mit Hund die Tore vom Platz geschoben und dann das Flut­licht aus­ge­knipst hätte.

Vier­tens: Zu Län­der­spielen schickt Antonio Rüdiger offenbar immer einen weniger talen­tierten Cousin glei­chen Namens. Ges­tern lie­ferte Rüdiger eine umsich­tige und hoch­kon­zen­trierte Leis­tung ab.

Fünf­tens: Kai Havertz hin­gegen muss am End­spieltag drin­gende Ter­mine haben.

Sechs­tens: End­spiele zwi­schen Mann­schaften aus dem glei­chen Land sind lang­weilig. Das war schon beim ersten Mal (1999÷2000 Real Madrid gegen Valencia) und beim dritten Mal (2007÷2008 Man­chester United gegen Chelsea) so und ist jetzt nicht anders. Man­chester City gegen Chelsea gibt es übri­gens schon am Wochen­ende in der Pre­mier League. Viel­leicht kann der Sieger dort auch gleich den Hen­kel­pott über­reicht bekommen.

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Wech­sel­fehler

Ver­trauen ist gut, Kon­trolle besser. Gut, dass Stürmer Sergio Agüero von Man­chester City bei seiner Ein­wechs­lung nochmal einen Blick auf die Elek­tro­tafel des Assis­tenten warf. Sonst wäre näm­lich offi­ziell Gabriel Jesus mit der Rücken­nummer 9 zum zweiten Mal ein­ge­wech­selt worden, der Bra­si­lianer war näm­lich schon drei Minuten vorher für Kevin de Bruyne ins Spiel gekommen. So tippte der Assis­tent fix eine Nummer weiter und die Gefahr, dass Gabriel Jesus eine dop­pelte Sieg­prämie kas­siert, war gebannt.

Zitat des Tages

Zu mir hat er ​Fuck you‘ gesagt, zweimal!“

PSG-Profi Ander Herrera – beschwert sich nach dem Ausscheiden im Champions-League-Halbfinale über den niederländischen Schiedsrichter Björn Kuipers

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Baum­gart ante Portas

Eine Ver­pflich­tung von Steffen Baum­gart bei Han­nover 96 rückt näher. Zwar ist angeb­lich auch der andere HSV am Pader­borner Coach dran, aber immerhin hat Martin Kind Baum­gart nun schon getroffen und sparte anschlie­ßend nicht mit Lob: ​Boden­ständig, ehr­lich, ein gerader Typ mit großen Fach­kennt­nissen, ich kann gut mit sol­chen Men­schen“ kon­sta­tierte der 96-Boss aner­ken­nend. Zuviel sollte Baum­gart auf derlei rhe­to­ri­sche Gir­landen aber auch nicht geben. Kind findet näm­lich immer was zum Loben. ​Kenan Kocak hat bei den Gesprä­chen im Sommer schon einen guten Ein­druck hin­ter­lassen“ (2019), ​Mirko Slomka ist Han­no­ve­raner. Die Europa-League-Spiele sind unver­gess­lich“ (2019), ​Das Auf­treten der Mann­schaft unter Stendel ist natür­lich super. Er war mutig und hat kon­se­quente Ent­schei­dungen getroffen. Das gefällt mir.“ (2016). Und sogar über Thomas Doll: ​Er ist ein posi­tives Vor­bild. Es hat mich sehr gefreut, dass er positiv bleibt. In der Krise zeigt sich Füh­rungs­stärke“ (2019). Er kann halt mit allen Trai­nern – am Anfang.

Dummes Gerede

Das ging fix. Am Diens­tag­abend hatte Ex-Natio­nal­keeper und Hertha-Auf­sichtsrat Jens Leh­mann den Sky-Experten Dennis Aogo in einer offenbar irr­tüm­lich an ihn gesen­deten Text­nach­richt als ​Qoten­schwarzen“ bezeichnet, ein paar Stunden später war Leh­mann seinen Posten beim Ber­liner Fuß­balll­klub auch schon los. Die TENNOR-Hol­ding von Lars Wind­horst, die Leh­mann ins Kon­troll­gre­mium ent­sandt hatte, kün­digte umge­hend den Bera­ter­ver­trag mit dem Ex-Kicker. Das wie­derum wurde von Hertha-Prä­si­dent Werner Gegen­bauer begrüßt: ​Solche Ein­las­sungen ent­spre­chen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv ein­setzt“. Was bleibt, ist das tiefe Befremden dar­über, dass Leh­mann im Jahr 2021 noch glaubte, unge­straft derlei ras­sis­ti­scher Unfug ver­schi­cken zu zu dürfen. Dass er anschlie­ßend nicht einmal den Anstand hatte, sich umge­hend zu ent­schul­digen und statt­dessen ein paar ebenso schmie­rige wie unglaub­wür­dige Lobes­hymnen auf Aogo sang, steht dabei noch auf einem ganz anderen Blatt.

In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden f\u00fcr den ich mich im Gespr\u00e4ch mit Dennis entschuldigt habe. Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Pr\u00e4senz und bringt bei Sky Quote.<\/p>&mdash; Jens Lehmann (@jenslehmann) May 5, 2021<\/a><\/blockquote>